Das Eckpunktepapier zur Führerscheinreform 2026 ist geleakt – und es enthält deutlich konkretere Änderungen als viele erwartet haben.
Noch ist es formal ein Entwurf. Aber es zeigt klar, in welche Richtung sich die Ausbildung in Deutschland entwickeln soll.
Hier die zentralen Inhalte – kompakt und eingeordnet für Fahrschulen.
1. Theorieunterricht vollständig digital möglich
Das Format des Theorieunterrichts soll nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben sein.
Fahrschulen könnten künftig frei entscheiden:
- Präsenzunterricht
- Online-Unterricht
- Hybridmodelle
Das ist ein struktureller Eingriff – mit Chancen, aber auch Anpassungsbedarf.
2. Wegfall der Prüfungsreife-Feststellung (Theorie)
Die verpflichtende Prüfungsreifefeststellung durch den Fahrlehrer soll entfallen.
Auch der Ausbildungsnachweis für die Theorieprüfung soll gestrichen werden.
Gedanke dahinter:
- mehr Eigenverantwortung beim Fahrschüler
- weniger Bürokratie
- mehr Freiheit für digitale Ausbildungssysteme
3. Reduktion der Prüfungsfragen um 28,14 %
Der Fragenkatalog der Theorieprüfung soll deutlich verkleinert werden – auf rund 840 Fragen.
Zusätzlich geplant:
- vereinfachtes Bewertungssystem
- mögliche Sicherheitsfragen-Regelung
Die Überarbeitung soll perspektivisch für alle Klassen gelten.
4. Sonderfahrten: von 5-4-3 auf 1-1-1
Der Mindestumfang der Sonderfahrten soll massiv reduziert werden:
- PKW & Motorrad: je 1 Überland-, 1 Autobahn- und 1 Nachtfahrt
- LKW & Bus: ebenfalls deutliche Reduzierung
Wichtig:
Es handelt sich um Mindestanforderungen.
Fahrlehrer bleiben in der Verantwortung, Kompetenzdefizite auszugleichen.
5. Verkürzung der praktischen Prüfung
Die Gesamtprüfungsdauer für Klasse B soll auf 40 Minuten reduziert werden.
Andere Klassen: 70 Minuten.
Ziel:
- mehr Prüfungskapazitäten
- weniger Wartezeiten
- praxisnähere Gestaltung
6. Begleitete Ausbildung (Modell Österreich)
Geplant ist eine Möglichkeit, Teile der praktischen Ausbildung mit nahestehenden Personen durchzuführen.
Eckpunkte:
- ca. 1.000 km begleitete Fahrpraxis
- zeitlich befristete Einführung
- Evaluation nach fünf Jahren
Das Thema wird innerhalb der Branche kontrovers diskutiert.
7. Preistransparenz und Erfolgsquoten
Ein zentrales Portal soll entstehen, in dem Fahrschulen:
- ihre Preise
- ihre Erfolgsquoten
melden müssen.
Ziel: mehr Markttransparenz.
Fazit
Das geleakte Eckpunktepapier zur Führerscheinreform 2026 ist kein Detail-Update.
Es ist ein Systemumbau.
Noch sind nicht alle Details final geregelt.
Aber die Richtung ist klar: mehr Freiheit, mehr Wettbewerb, weniger Bürokratie – und neue strategische Fragen für Fahrschulen.
Auf der Suche nach Austausch auf Augenhöhe?

