Autonomes Fahren: Meilensteine bis zum Roboterauto

Assistiert, teilautomatisiert, hochautomatisiert, vollautomatisiert, autonom: Die Vision vom fahrerlosen soll frühestens 2040 Realität werden. Wir erklären die 5 Stufen auf dem Weg zum selbstfahrenden Auto.

Computergesteuerte Autos – Hype oder Revolution? Manchmal hat man den Eindruck als führen sie schon morgen auf unseren Straßen. Doch erst ab 2040 soll der digitale Autopilot übernehmen, so die Prognosen. Braucht man dann noch Fahrlehrer? Wie wirkt sich das Hightech-Fahren auf unsere Branche aus? In unserer Trendschau stellen wir Ihnen regelmäßig Themen, Trends und Thesen zur New Mobility vor.

Der letzte Führerscheinneuling ist noch lange nicht geboren

Schwierigkeiten beim 5G- und Breitband-Ausbau, Probleme mit dem Mischverkehr (Autos mit und ohne autonome Technik), technische Herausforderungen bei der Mensch-Computer-Interaktion – die Vision vom fahrerlosen Fahren kommt schleppender voran als gedacht, wie der SPIEGEL jüngst berichtete. Doch was steckt dahinter, worüber heute jeder redet? Fortbildung33 erklärt die fünf Entwicklungsstufen des Autonomen Fahrens.

Fünf Meilensteine bis zum Roboterauto der Zukunft

Er hieß Tsukuba, kam aus Japan, folgte weißen Straßenmarkierungen und war 30 Stundenkilometer schnell – das erste autonome und intelligente Fahrzeug. Seit den 1990er Jahren hat die Automobilindustrie ihre Forschungen am wichtigsten Technologieprojekt der Zukunft intensiviert. Sie verspricht sich durch die Automatisierung der Fahrzeuge neue Märkte, weniger Verkehrstote, mehr Klimaschutz und den Insassen ein entspanntes Reisen.

Level 0 – Der Fahrer ist der Chef

Er fährt, lenkt, bremst, gibt Gas und achtet auf seine Umgebung. Das Fahrzeug unternimmt keinerlei Eingriffe bzw. hat dafür keine technischen Voraussetzungen.

Level 1 – Assistiertes Fahren

Fahrerassistenzsysteme unterstützen den Fahrer, übernehmen aber nicht das Steuer. Beispiele: Spurhalte-Assistenten, Totwinkel-Warner, Berg-Anfahrhilfen sowie Sprachsteuerung von Navi, Telefon und Radio.

Level 2 – Teilautomatisiertes Fahren

Systeme im Auto können das Steuer oder einzelne Aufgaben für den Fahrer übernehmen. Der Fahrer bleibt aber in der Verantwortung. Beispiele: Einpark-Hilfen, Tempomat mit automatischer Abstandsregelung und Bremsdruckerhöhung.

Level 3 – Hochautomatisiertes Fahren

Der Fahrer kann sich in bestimmten Situationen länger vom Verkehrsgeschehen abwenden. Beispiele: Der Wagen setzt eigenständig den Blinker, wechselt die Spur oder passt seine Geschwindigkeit dem Straßenverkehrsfluss an.

Level 4 – Vollautomatisiertes Fahren

Das Fahrzeug fährt überwiegend selbstständig. In Extrem-Situationen, die für das System nicht zu bewältigen sind (z.B. starker Schneefall, plötzliche Baustellen), wird der Fahrer per Warnhinweis informiert. Reagiert der Fahrer nicht, wird das Auto in einen sicheren Zustand überführt – es hält einfach an.

Level 5 – Autonomes Fahren

Nach einer Zieleingabe und Freigabe zum Start übernimmt das Fahrzeug alle Fahrfunktionen. Die Insassen werden zu Passagieren. Fahrtüchtigkeit, Fahrerlaubnis, Lenkrad und Pedalerie sind nicht mehr erforderlich. Das autonome oder fahrerlose Fahren ist erreicht.

Sie haben Ihr Ziel noch lange nicht erreicht

Pioniere wie Google haben mit ihrer Tochterfirma Waymo Ende 2018 den ersten kommerziellen Robotertaxi-Dienst der Welt im Testgebiet bei Phoenix (Arizona, USA) gestartet. Die Autos sind mit einem Sicherheitsfahrer unterwegs, weil den Fahrautomaten, Abbiegemanöver oder Spurwechsel nicht immer einwandfrei gelingen. Etablierte Autohersteller investieren aktuell in Fahrerassistenzsysteme, die den Levelstufen 2 und 3 entsprechen, also halbautonome Fahrzeuge. So will die VW-Tochter Audi als erster deutscher Hersteller ein Auto anbieten, das im Kolonnenverkehr auf überschaubaren Autobahnstrecken allein fahren kann.