Autonomes Fahren: Die wichtigsten Roboterauto-Startups

Autonomes Fahren ist der PR-Star unter den neuen Technologien. Doch wer sind die wichtigsten Macher und Akteure? Wir stellen Sie Ihnen vor – von Apollo bis Waymo, vom Tech-Giganten bis zur Self-Driving-Plattform. Teil I der Serie: Die Top 5 Shuttle-Entwickler.

Computergesteuerte Autos – manchmal hat man den Eindruck, als führen sie schon morgen auf unseren Straßen. Doch erst ab 2040 soll der digitale Autopilot teilweise oder komplett übernehmen, so die Prognosen. Braucht man dann noch Fahrlehrer? Wirkt sich das Hightech-Fahren auf unsere Branche aus, und wenn ja wie? In unserer Trendschau stellen wir Ihnen regelmäßig Themen, Trends und Thesen zur New Mobility vor. Warum tun wir das? Weil wir uns den Zukunftsthemen stellen wollen, statt sie zu ignorieren. Diskutieren Sie mit! Stellen Sie uns Ihre Fragen! Wir sind für Sie da, wenn es um die Mobilität von morgen geht.

Autonome Shuttles – nächste Station „Zukunft“

Sie fahren lautlos, mal mit und mal ohne Fahrer: Allein in Europa gibt es eine Vielzahl öffentlicher Autonome-Bus-Projekte – entweder im Dienste der Forschung, des Marketings oder dem Nahverkehr der Zukunft. Auch wenn manche Zungen behaupten, autonomen ÖPNV gibt es längst, fahr doch einfach mal wieder U-Bahn. Wahr ist, auf kurzen Reichweiten sind automatisierte Roboterfahrzeuge über den Testbetrieb hinaus längst im Einsatz. Wir geben Ihnen einen Überblick über Hersteller und futuristische Ansätze, die schon bald praktizierte Gegenwart sein könnten. Einige präsentierten sich kürzlich auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, der Leitmesse für Technik-Freaks weltweit.

Bild 1 Start ups Autonomes Fahren Comet Labs
Die Infografik „The Future of Transportation Stack“ der US-Risikokapital-Firma Comet Labs zeigt fast 300 größtenteils bekannte und unbekannte Startups, die um ihren Anteil an der Automobil-Revolution konkurrieren. Quelle: Comet Labs.


E.GO MOOVE (Deutschland)

Vollelektrisch, vollvernetzt und zukünftig vollautomatisiert: Mit dem Kleinbus e.GO Mover wollen die Aachener Mobilitäts-Pioniere gemeinsam mit dem Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen den Verkehr in Ballungsräumen sauberer, sicherer und effizienter machen. Bekanntestes Gesicht: der Ingenieur, Prof. Günther Schuh, der den sogenannten "Streetscooter", ein bezahlbares Elektroauto erfand, der unter anderem als Lieferwagen bei der Deutschen Post eingesetzt wird.


NAVYA
(Frankreich)

Ob in Paris, Hongkong oder Las Vegas, ob in Firmen, Krankenhäusern oder Flughäfen: Das französische Startup NAVYA mit 250 Angestellten hat sich auf das autonome Fahren spezialisiert. Und bereits über 100 selbstfahrende E-Shuttles weltweit verkauft. Die Franzosen produzieren inzwischen zwei Fahrzeuge zum Personentransport: das bis zu sechs Leute fassende „Autonom Cab“ und den Minibus „Autonom Shuttle“ mit elf Sitz- und vier Stehplätzen. 


Villeurbanne bei Lyon – so lautet eine eher unbekannte Adresse in der Branche: Sie ist die Heimat des Unternehmens NAVYA, dem Platzhirsch für autonome Shuttle-Fahrzeuge in Europa. Am Londoner Flughafen Heathrow pendeln die Elektro-Shuttlebusse mit je elf Sitz- und vier Stehplätzen und erreichen eine Geschwindigkeit von maximal 25 km/h.
 Quelle (Video): IBTimes UK 


SENSIBLE 4 (Finnland)

Wenn Design auf Technik trifft und in Helsinki gerade ein edler Lifestyle-Roboterbus an Ihnen vorbeibraust, könnte es sich um den neuen „Gacha“ handeln. Der formschöne Minimalist ist in drei finnischen Städten unterwegs – und soll allen Wetterunbilden trotzen, sogar arktischer Kälte. Entwickelt wurde das Fahrzeug vom japanischen Lifestyle-Unternehmen Muji und dem finnischen Tech-Startup Sensible 4.


Schnee, Nebel oder starker Regen bringen den eleganten „Gacha“ nicht zum Stehen. Getestet unter Extrem-Wetterbedingungen in Lappland. Gestaltet von einem Designerteam des japanischen Einzelhandels-Riesen Muji, der für seine funktional-minimalistischen Lifestyle-Alltagsprodukte bekannt ist. Quelle: Aban Tech


MAY MOBILITY (USA)

2017 in Ann Arbor (Bundesstaat Michigan) gegründet, fokussiert sich das Startup May Mobility auf die Entwicklung kleiner Roboterbusse. Die Sechssitzer sind vor allem für kurze Reichweiten konzipiert, etwa für den Shuttle-Service zu Park & Ride-Plätzen, Parkhäusern, Universitäten (Campus) oder Flughäfen. Zu den Mit-Investoren gehören u.a. BMW und Toyota.  

Bild 3 May mobility Techcrunch
Die grün-weißen Scooter des Mikrotransit-Dienstes May Mobility setzen auf bewährte Radar- und Kamerasensor-Technik in Kombination mit in Straßenbeleuchtung eingebetteten Radiofrequenzsignalen als digitale Wegweiser. Quelle: Techcrunch


APOLLO (China)

Das Google der Chinesen, die Suchmaschine Baidu, hat über 100 Partner für seine Selbstfahr-Plattform Apollo vereint. Baidu bezeichnet Apollo als das „Android der autonomen Mobilität“. Das Konsortium aus globalen Autoherstellern, Technologieanbietern und Universitäten deckt von der Sensorenentwicklung bis zur Programmierung von Algorithmen alle wichtigen Produkte sowie Services des Roboterfahrens ab.

In unserer nächsten Newsletter-Ausgabe stellen wir Ihnen die wichtigsten Allianzen, Startups und Entwickler aus dem Bereich Automotive vor.