Autonomes Fahren: Daimler und Bosch testen fahrerlose Flotte im Silicon Valley

Mehr Service für Carsharer, mehr Einsparungen durch das Roboterfahren und mehr Konkurrenz auf dem Markt für E-Autos durch den Ego Life aus Aachen – diese Themen stehen bei unserer Trendschau diesmal im Fokus. 

In Zukunft werden Autos selbst fahren. Das ändert das Berufsbild des Fahrlehrers komplett. In unserer Trendschau zum autonomen Fahren stellen wir Ihnen deshalb regelmäßig Themen, Trends und Thesen zum Roboterfahren vor. Warum tun wir das? Weil wir den neuen Realitäten ins Auge blicken wollen, statt sie zu ignorieren. Diskutieren Sie mit! Stellen Sie uns Ihre Fragen! Geben Sie Anregungen oder äußern Sie Ihre Kritik! Wir sind für Sie da, wenn es darum geht, den Wandel unserer Branche zu gestalten und neue Perspektiven für die digitale Mobilität zu entwickeln.

Trend # 1: „Auto, komm zu mir“

Bosch DaimlerKunden von Carsharern werden bald nicht mehr nur per App sehen, wo sich der nächste freie Leihwagen befindet. Zukünftig kann das Auto direkt vor die Haustür gerufen werden – nach dem Motto: „Auto, komm zu mir!“ Autonom steuert es dann abfahrbereit zum Kunden. Ist der „Fahrer“ am Ziel, steigt er nur noch aus – und das Auto sucht sich allein seinen Parkplatz. Was wie eine Fiktion klingt, wird in einem Pilotprojekt zwischen Bosch und Daimler aktuell vorangetrieben. Beide Konzerne haben dazu eine 18 Milliarden Euro schwere Entwicklungskooperation zum vollautomatisierten, fahrerlosen Fahren im urbanen Umfeld vereinbart. Geplant ist die Einführung einer serienreifen Technologie, die im Silicon Valley getestet wird. Sie soll unter anderem die Attraktivität von Mobilitätsdiensten, wie Car-Sharing, private Mitfahrgelegenheiten und multimodale Plattformen steigern und miteinander verbinden.

 

Trend # 2: Fahrerlose Autos ersparen Milliardenkosten

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr, weniger CO2-Emissionen und geringere Pendlerzeiten: Das autonome Fahren rechnet sich volkswirtschaftlich. Einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zufolge, kann Deutschland bis zu 15 Milliarden Euro pro Jahr sparen. Nach Einschätzung der DIHK-Fachleute führt rechnergestützte Mobilität zu einer Senkung der volkswirtschaftlichen Kosten in Höhe von jährlich 8,3 Milliarden Euro sowie eine Verringerung der CO2-Emissionen um 6,2 Millionen Tonnen. Allein die erwartete Reduzierung der durchschnittlichen Fahrzeit um 20 Prozent entspreche einer Ersparnis von 4,1 Milliarden Euro pro Jahr. Zählt man noch hinzu, dass die Mobilität der Zukunft elektrisch betrieben wird, ergeben sich weitere Einsparpotenziale durch wegfallenden Treibstoffkosten. Laut dem Bericht wird ebenfalls prognostiziert, dass bis 2030 Elemente des vollautomatisierten Fahrens wie fahrerloses Parken bereits zum Einsatz kommen.


Trend # 3: Deutsche Mini-Tesla werden 2018 ausgeliefert

Ego life
Mit der Entwicklung des Streetscooters hat sich Professor Günther Schuh von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH Aachen) ins Rampenlicht katapultiert. Nun will er mit dem Kleinwagen Ego Life für Furore sorgen. 15.900 Euro soll der innovative E-Viersitzer kosten. Noch in diesem Jahr gehen die ersten 1.000 „Mini-Tesla’s“ aus Nordrhein-Westfalen vom Band. Geplant ist eine jährliche Stückzahl von 10.000 Elektroautos. Professor Günther Schuh verspricht mit dem Ego Life den billigsten E-PKW und nach Betriebskosten „den günstigen Neuwagen“ überhaupt auf die Räder zu stellen. Die Maßnahmen dafür sind unter anderem: ein Rahmen aus standardisierten Alu-Profilen, keine Lackierungen und eine Außenhaut aus eingefärbtem Kunststoff.