Autonomes Fahren: MAN und DB Schenker testen LKW-Platooning

Brummis wie von Geisterhand gesteuert: Neue Testfahrten von vernetzten, automatisierten Lkw-Flotten. Teil 3 unserer Trendschau über die 2. Automobilrevolution.  

Wie schon im letzten Hartig-Blog (Juni 2018)  berichtet, haben wir in unseren Newsletter eine neue Rubrik, die TRENDSCHAU AUTONOMES FAHREN, aufgenommen. Warum tun wir das? Weil wir glauben, dass sich mit dem autonomen Straßenverkehr viele Berufe ändern werden. Auch der des Fahrlehrers! Und weil wir den neuen Realitäten ins Auge blicken wollen, statt sie zu ignorieren. Mit Information und mit Diskussionen über die zentrale Frage: Wie können wir gemeinsam den Wandel der Branche gestalten und neue Perspektiven für die digitale Mobilität entwickeln. Sie sind herzlich eingeladen, mitzumachen! Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen, Ideen und Nöte mit. Denn "Der Weg kommt dem Gehenden entgegen"! Viel Spaß beim Lesen der neuen Trends!

MAN und DB Schenker testen teilautonomes Fahren für Lastwagen

500 PS unter der Haube. Fast 20 Meter lang. 40 Tonnen Ladung – Maschinenteile, Getränke oder Papier. Doch dieser LKW-Gigant kann noch mehr. Ausgestattet mit Kameras, Seitenantennen, Radar und Laserscannern wird der Brummi mit einem voranfahrenden Lkw digital verkoppelt – und von diesem automatisch gefahren, gelenkt und gebremst. Willkommen in der Zukunft des teilautonomen Fahrens von Speditionen – dem Platooning, auf gut deutsch: Kolonnenfahren.

Mehr Sicherheit, mehr Effizienz



[Quelle: Youtube Channel MAN Truck & BusMAN Truck & Bus]

Das Platooning soll für mehr Sicherheit, geringere Spritkosten und weniger Abgase sorgen und ist eine Zukunftsvision aller Lkw-Hersteller. Aktuell präsentieren die Essener Speditionstochter der Deutschen Bahn, DB Schenker, zusammen mit dem Nutzfahrzeuge-Konzern MAN die neue Technik. Auf einer ein Kilometer langen Strecke, genauer auf einem Rollfeld des immer noch ruhenden Berliner Problem-Flughafens BER, proben die vernetzten LKWs das „Mannschaftsfahren“. Noch befindet sich die Technik im Versuchsstadium. Geht alles gut, könnte das teilautonome Fahren im LKW-Rudelmodus ab 2020 an den Start gehen.

Zehn LKW im Konvoi möglich

Theoretisch könnten bis zu zehn Lkw elektronisch verkoppelt werden und in Kolonne fahren. Doch dafür sind selbst gut ausgebaute deutsche Autobahnen nicht ausgelegt. Zweier- maximal Dreier-Platoons sind hierzulande am einfachsten in der Spur zu halten. Bei der Technik spielen Hersteller und Marke keine Rolle, sofern ihre digitalen Systeme kompatibel sind.

Fahrverhalten von Sozialforschern untersucht

Die Tests werden von Sozialforschern der Fresenius-Universität aus Frankfurt begleitet. Der Grund: Das teilautonome Fahren stellt andere Anforderungen an die Chauffeure als bisher. So können sich „angehängte“ Trucker nachts zwar zukünftig entspannt „aufs Ohr hauen“, während ihr Laster den Weg von Hamburg bis München allein findet. Allerdings wirkt sich das Sitzen am Lenkrad, ohne selbst aktiv Gas zu geben oder zu bremsen, auf die Aufmerksamkeit, Konzentration, Reaktionsfähigkeit und Müdigkeit der Steuerlenker aus. Deshalb werden bei Testfahrern Hirnströme und über Spezialbrillen die Augenbewegungen gemessen. Konkrete Ergebnisse zu den Tests stehen noch aus.