Video Blog blankoKennen Sie noch diese Kampagne? Rein. Rauf. Runter. Raus. Wann sie herausgebracht wurde, weiß ich nicht mehr. Sie kam aber von Ford. Das Versprechen lautete: Du bist ruck zuck fertig, lieber Kunde. Keine Wartezeiten. Keine Komplikationen. Kein Verzetteln. Wow, echt genial! Irgendwie wünsche ich mir das für meinen Schreibtisch auch. Ob ich es gefunden habe, lesen Sie im Hartig-Blog Juli 2018.

Ich setze mir jetzt mal die Opferkappe auf. Eigentlich lehne ich das ab. Und ich hoffe, Sie können diese Haltung bei mir bestätigen. Aber es ist halt so schön einfach. Besonders im Arbeitsalltag.

Rein.

Ich sitze im Büro. Und irgendwelche Heinzelmännchen schaufeln mir da im Minutentakt Arbeit auf den Schreibtisch. Da kommt viel rein. Das Komplizierte dabei: Es sind nicht Routinetätigkeiten. Es ist dauernd neu. Eine neue Idee. Ein Problem. Eine Reklamation. Eine dringende Rückrufbitte. Ein Hilferuf eines Mitarbeiters oder Kunden. Ein neues Modul für 2019. Eine Bewerbung. Features in abibaro. Steuerberater & Co. Ich denke, Sie kennen das.

Rauf.

Also rauf auf den Schreibtisch damit. Thema verstehen. Fakten sichten. Probleme identifizieren. Lösungen entwickeln. Gespräche führen. Entscheidungen treffen. Dokumentieren. Telefonieren. Nachverfolgen. Auch das kennen Sie.

Runter.

Und jetzt wird es, zumindest bei mir, schwierig. Das Ergebnis von "RAUF" sollte ja wieder "RUNTER" lauten. Zeitnah. Schnell. Unkompliziert. Aber offensichtlich bekommen die das bei Ford besser hin. Bei mir bleiben die Themen auf dem Schreibtisch. Manchmal wochenlang. Der Berg wird nicht kleiner. Ganz im Gegenteil. Die Themen häufen sich. Es wird immer mehr. Und bei mir stellt sich das Gefühl der ständigen Überlastung ein. Kennen Sie das auch?

Raus?

Um in der Analogie von Ford zu bleiben: Ich bekomme immer weniger raus. Das nervt. Strahlt Unsicherheit aus. Besonders auch auf meine Mitarbeiter. Die wollen alle helfen. Mit dem Ergebnis, dass irgendwann alle hektisch wie auf dem Hühnerhof mit den Flügeln schlagen und mächtig Staub aufwirbeln. Aber RAUS bekommen wir die Dinge trotzdem nicht.

Umgebaut.

Seit Januar 2018 ist das bei FORTBILDUNG33.de anders. Es ist besser geworden. Und der Schlüssel dazu war eigentlich sehr einfach. Wie aber so oft, kommt man auf die einfachen Dinge nicht selbst. Wir haben die Reihenfolge umgebaut. Statt "Rein - Rauf - Runter - Raus" haben wir jetzt "Rein - W-Check" und dann entscheidet sich ob es weitergeht mit "Rauf - Runter - Raus" oder mit "Gleich wieder Raus".

W-Check?

Das "W" steht für unsere Werte. Die haben wir im Team FORTBILDUNG33.de gemeinsam definiert. Ich habe das lange nicht verstanden. Und irgendwie auch nicht für wirklich wichtig erachtet. Werte? Sind doch jedem klar. Wozu da jetzt so ein riesen Brimbamborium? Aber wir haben uns Zeit genommen. In einer langen Diskussion immer weiter reduziert. Das Ergebnis sind vier Begriffe. Unsere Werte. Dafür stehen wir. Danach handeln wir. Die triggern uns. Die finden wir einfach geil. Und wir wollen alle danach handeln.

Und wie geht das jetzt?

Es ist wirklich verblüffend, wie sich Dinge jetzt scheinbar von Zauberhand selbst lösen. Unser W-Check geht nämlich so: Ein Thema kommt rein (auf den Schreibtisch). Nun trommeln wir die Beteiligten zusammen und legen das Thema unmittelbar auf unser Wertechart. Und das ist echt ein Knaller! Innerhalb von 5 Sekunden gibt es in der Mannschaft Kopfnicken oder eben -schütteln. Das geht oft sogar nonverbal. Und damit sparen wir gefühlt über 30% unserer Zeit ein.

Werte als Handlungskatalysator

Hört sich brutal an? Stimmt. Früher haben wir nämlich stundenlang an Themen herümgewürgt. Haben diskutiert. Sind losgelaufen. Wollten nie NEIN sagen. Haben Zeit und Geld investiert, um dann irgendwann im Verlauf (also im Stapel auf dem Schreibtisch) festzustellen, dass es nicht geht. Keinen Sinn macht. Nichts bringt.

Heute ist das Wir beschäftigen uns nur noch mit Dingen, die das Werte-Chart überlebt haben. Und das gilt tatsächlich für alles. Für Mitarbeiter. Und auch für Kunden. Im Ernstfall führt das sogar dazu, dass wir ein Projekt, welches wirtschaftlich lukrativ sein könnte, nicht machen. Es hätte keinen Sinn. Wir würden uns wahrscheinlich verzetteln. Vor allem auch, weil die Themen (der Berg auf dem Schreibtisch) immer vielfältiger würden. 

Verrückt?

Ich weiß, das hört sich alles irgendwie schräg an. Und vielleicht ist es genau deshalb für uns eine so großartige Methode. Probieren Sie es aus. Finden Sie 3 - 4 Werte, für die Ihr Unternehmen, Sie persönlich, Ihre Mitarbeiter stehen. Thematisieren Sie das. Hängen Sie es überall auf. Sprechen Sie immer wieder darüber. Und alles was reinkommt, erfährt einen unmittelbaren W-Check. Ich prophezeie Ihnen Verblüffung.

Übrigens: Ich werde Ihnen unsere Werte nicht verraten. Aber ich glaube, wenn Sie diesen Blog bis zum Ende gelesen haben, gibt es zwischen Ihren und unseren Werten Parallelen. Ansonsten wären Sie "verhungert". Und hätten Ihre Zeit vergeudet.

In diesem Sinne. Wenn Sie Hilfe oder mehr Informationen brauchen, melden Sie sich!

Ihr Nils Hartig
Juli 2018