Mittwoch, der 25. März 2020. Tag 9 des Corona Tagebuchs. Der Titel heute mit "Ground Zero" hört sich dramatisch an. So schlimm war es nicht. Eher beeindruckend. Aber lest selbst ...

Heute Morgen hatten wir die zweite "QnA-Session". QnA steht für Frage & Antwort und intern ist das der Begriff für das Live-Webmeeting. Am Tag zuvor waren bereits wieder alle Plätze belegt. Und auch heute hatten wir sicher den ein oder anderen, der gerne dabei gewesen wäre aber technisch im Anmeldeprozess bereits gescheitert ist.

Nun kommt die gute Nachricht: Im Vergleich zur ersten QnA-Session vom Samstag, habe ich heute eine beeindruckende Lernkurve wahrgenommen. Seitens der Teilnehmer hatte ich das Gefühl, dass das geschmeidiger lief. Der Chat wurde selbstverständlicher genutzt. Es gab keine abgeklebten Webcams mehr ;-) Und auch die Umfragen liefen schneller durch. Wow! Respekt! Ihr seid im Trainingslager! Und das kommt an.

Und nun komme ich zu "Ground Zero": Ully Focherini war anwesend. Wer dieses Tagebuch aufmerksam liest, weiß, dass Ully eine große Südtiroler Fahrschule betreibt und uns in Sachen Corona-Krise tragischerweise ca. 2 Wochen voraus ist. Es war nicht geplant. Spontan habe ich ihn gefragt, ob er den anderen in der Webkonferenz Anwesenden berichten möchte. Den Stand der Dinge in Italien. Seine Sicht auf Corona als Fahrschulunternehmer. Ich habe euch den Mitschnitt hier eingestellt. Seht selbst:

Ich könnte mir das wieder und wieder anschauen. Und bekomme immer noch Gänsehaut. Bist du "Unternehmer" oder "Unterlasser"?  Diese Aussage bringt es für mich auf den Punkt. Besonders, wenn man das in den Kontext der in Italien nicht vorhandenen Fördergelder und der Verantwortung für die Familien der Angestellten bringt. Zack! Schlagartige Erdung aller Anwesenden. Das ist mein Ground Zero heute.

Und lieber Ully: Ich bin dir sehr dankbar für deine feinen Worte. Für den Fingerzeig. Die Haltung. Und auch die Zuversicht, die in deinen Worten steckt. Du konntest es glaube ich nicht sehen. Der QnA-Chat ist vor Zuspruch explodiert.

In diesem Sinne und mit den besten Grüßen, heute ganz besonders nach Italien

Nils Hartig, am 25.03.2020