Ein Großteil der Fahrschulen hat noch immer keine eigene Homepage. Doch der Internetauftritt ist für die erste Kontaktaufnahme oft entscheidend. Mit ein paar Tricks lässt sich eine einfache Seite schnell realisieren.

Ein Bericht von Constanze Meindl

Viele Fahrschulen in Deutschland hinken in Sachen Onlinepräsenz dem Trend hinterher. Während Fahrschüler und potenzielle Kunden auf Facebook ihr Leben mit anderen teilen, sich durch die Welt googeln und den ganzen Tag ihr Smartphone streicheln, verschließen sich die Ausbilder häufig der digitalen Welt. Doch diese Einstellung kann einen enormen Wettbewerbsnachteil bedeuten, denn der Erstkontakt zu einer Fahrschule findet heute meist über das Internet statt.

www PC

Immer mehr Fahrlehrer erkennen, dass sie handeln müssen und wollen nun auch endlich auf den Online-Zug aufspringen. Doch häufig enden die ersten zaghaften Versuche in absoluter Ernüchterung: Selbst etwas auf die Beine zu stellen, ist technisch sehr anspruchsvoll für IT-Laien. Wer sich Hilfe vom Experten ins Haus holt, reißt meist ein tiefes Loch in die Fahrschulkasse – rund 1.500 Euro im Jahr für professionelle Unterstützung sind keine Seltenheit. Obendrein fesseln langfristige Verträge den Unternehmer häufig an die Agentur. Ernüchtert nehmen viele dann auf der Straße in die Online-Welt wieder die Offline-Abzweigung.

Diese Ausfahrt haben auch einige Teilnehmer einer Online-Weiterbildung von FORTBILDUNG33 schon genommen: „Seit fünf Jahren besitze ich eine Domain – und seit fünf Jahren steht auf der Seite ,Baustelle‘“, sagt einer der anwesenden Fahrlehrer. Ein anderer ärgert sich: „1.400 Euro habe ich für einen professionellen Internetauftritt angelegt und mich für fünf Jahre vertraglich an das Unternehmen gebunden. Doch selbst kleine Änderungen kann ich nicht selbst vornehmen.“ Ein alteingesessener Ausbilder berichtet sogar von einem Anwaltsschreiben, das eines Tages im Briefkasten lag: 2.500 Euro hat der Ausschnitt eines Online-Straßenkarten-Anbieters den Unternehmer gekostet. Da vergeht die Lust aufs World Wide Web.

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Nils Hartig verspricht den Teilnehmern, dass sie am Ende seiner 1-tägigen Fortbildung ein Grundgerüst für den eigenen Online-Auftritt mit nach Hause nehmen können. Hartig, der selbst zehn Jahre lang auf dem Beifahrersitz eines Fahrschulwagens Platz genommen hat, gründete im September 2011 FORTBILDUNG33.de. Das Unternehmen hat sich auf Schulungen rund um das Thema „PC und Fahrschule“ spezialisiert. Aus zehn verschiedenen Modulen können sich Fahrlehrer ihre Fortbildung nach § 33a, Abs. 1, Fahrlehrergesetz (FahrlG) individuell und nach Interesse zusammenstellen.

Das Interesse für das Modul „Online“ scheint groß. Das lassen die Fragen der Teilnehmer vermuten. Worte wie „Tag Cloud“, „Xing“ oder „QR-Code“ zaubern große Fragezeichen auf die Augen der Anwesenden. Doch schon bald weiß jeder, dass eine „Tag Cloud“ dafür da ist, dass Suchmaschinen wie Google anhand von einer hohen Zahl von Stichwörtern die Homepage finden kann, dass „Xing“ ein Netzwerk ist, in dem man Geschäftskontakte knüpfen kann und dass ein „QR-Code“ von Smartphones abfotografiert und dann eine Visitenkarte des Unternehmens gleich im Telefon gespeichert wird.

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So wie sich die Fragezeichen rund um diese Begrifflichkeiten in Luft auflösen, so verabschieden sich die Teilnehmer auch nach und nach von dem Gedanken, dass sie nie eine eigene Homepage auf die Beine stellen können. Denn die Fahrschul-Homepage muss kein Hexenwerk sein. Schon die einfachsten Informationen auf der ersten Seite reichen aus, um potenzielle Kunden in das Büro der Fahrschule zu locken: Name, Adresse und Telefonnummer gehören hier ebenso dazu wie die Unterrichtszeiten. Nicht ungeschickt ist, das Alleinstellungsmerkmal der Fahrschule schon auf der ersten Seite den Kunden zu präsentieren. Nicht zu unterschätzen ist die Wirkung schöner und großer Bilder – beispielsweise vom Fuhrpark oder dem Fahrschul-Team – auf den interessierten Fahrschüler.

Ein besonderes Augenmerk muss auch auf das Impressum gelegt werden. Bis zu 50.000 Euro Geldbuße können fällig sein, wenn die Anbieterkennzeichnung nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Das Bundesjustizministerium hat auf seiner Internetseite einen Leitfaden zusammengestellt, in dem die wichtigsten Punkte, die es zu beachten gilt, aufgeführt sind. Im Zweifel ist es jedoch sicherlich sinnvoll, einen Juristen zu Rate zu ziehen.

Bis die eigene Homepage wirklich Online gehen kann, müssen laut Hartig drei Hürden genommen werden: inhaltlich, grafisch und technisch. Bei der grafischen und der technischen können die Experten von FORTBILDUNG33 den Fahrlehrern, wenn sie es möchten, unter die Arme greifen. Doch die inhaltliche Hürde müssen die Unternehmer selbst nehmen. Und genau darin liegt oft der Grund, warum so viele Homepages es nie ins Netz schaffen. Fahrlehrer tun sich häufig schwer, ihr Angebot und ihre Vorzüge in Worte zu fassen. Häufig wissen sie gar nicht, wo sie anfangen sollen.

Ausrufe kleinSeit fünf Jahren besitze ich eine Domain – und seit fünf Jahren steht auf der Seite ,Baustelle‘Ausrufe Klein 2

Hartig unterstützt seine Kursteilnehmer, in dem er ihnen das Grundgerüst einer Homepage zur Verfügung stellt: Kontaktdaten, Willkommens-Text oder Informationen zu den Fahrlehrern und Führerscheinklassen müssen lediglich an die Bedürfnisse der jeweiligen Fahrschulen angepasst werden. So mancher vorbereiteter Beispieltext kann unverändert übernommen werden. Punkte, die für die jeweilige Fahrschule uninteressant sind, beispielsweise hat nicht jeder eine Zweigstelle, können von der vorgefertigten Homepage runtergenommen werden. Bearbeitet wird die Seite mittels Joomla. Das ist ein kostenloses System, mit dem man Webseiten erstellen kann, ein sogenanntes Content-Management-System.

Mit diesem Handwerkszeug machen sich die Teilnehmer daran, ihre eigene Homepage Schritt für Schritt nach Anleitung zu kreieren – und hier offenbaren sich die Schwierigkeiten. Nach und nach sinken die Köpfe immer tiefer in die Hände. Die Lesebrillen hängen häufig ganz unten auf der Nasenspitze und die Teilnehmer rücken immer näher an ihre Laptops. Es gibt viel zu beachten – doch auch hier macht Übung den Meister.

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Bis zum Ende der Fortbildung haben die meisten Teilnehmer schon einiges geschafft. Die ersten Texte sind fertig und mancher hat schon Bilder seiner Autos, Fahrlehrer oder vom Büro hochgeladen. Zur Fleißaufgabe wird es dann, das in der Fortbildung Begonnene zu Hause zu Ende zu bringen. Darum mahnt Hartig seine Kursteilnehmer, am Ball zu bleiben. Denn nur dann heißt es in naher Zukunft: www – Wir sind endlich da!

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