Im ersten Teil haben wir über die korrekte Hardware gesprochen.
Im zweiten Teil ging es geeignete Software.
Und im dritten Teil geht es um deinen Antrag! Nils hat seine Gedanken für dich zusammengefasst:

 

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Im Zuge der Pandemie wird Online Theorieunterricht in immer mehr Fahrschulen möglich. Du bist hier in Teil 3 einer Serie zu diesem Thema. In Teil 1 haben wir uns mit der Hardware für deinen Unterricht beschäftigt, Teil 2 hat die Software beleuchtet. Hier in Teil 3 werden wir nun die rechtliche Konformität zur FahrschAusbO prüfen. Darüber hinaus erhältst du eine clevere Idee zur Anwesenheitserfassung sowie einen fixfertigen Musterantrag für deine Behörde am Beispiel der BW Vorgaben.

Die Rahmenbedingungen

Führerscheinausbildung in Deutschland läuft unter den Rahmenbedingungen des FahrlG und seiner Rechtsverordnungen. Theoretische und praktische Ausbildung ist in der FahrschAusbO geregelt. Die DV FahrlG schreibt in § 3 den Theorieunterricht in ortsfesten Gebäuden vor. Im Zuge der Pandemie darf das in immer mehr Fahrschulen nun auch online passieren - was nicht damit gleichzusetzen ist, dass der Unterricht nun auf der Straße stattfindet - aber eben nicht mehr in den speziell genehmigten Räumen einer Fahrschule.

Mit der Zulassung von Onlineunterricht betritt der Verordnungsgeber Neuland. Und natürlich möchte er Missbrauch entgegenwirken. Das ist nicht nur verständlich - es ist unser aller Pflicht, die Möglichkeit von Online Theorie in der Fahrschule verantwortungsvoll und sinnstiftend umzusetzen. In diesem Geist entsteht diese Serie. In diesem Geist interpretieren wir hier die rechtlichen Anforderungen. Und in diesem Geist möchten wir zukunftsorientierte Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer unterstützen. 

Nun wird im Diskurs der beiden Unterrichtsformen immer wieder angeführt, dass online nicht zu leisten vermag, was offline möglich ist. Für den Präsenzunterricht hat der Gesetzgeber in der FahrschAusbO sehr klar geregelt, wie er sich das vorstellt. In der BW Antragstellung für die Ausnahme von der Präsenzpflicht möchte man daher auch sehr genau wissen, wie die Fahrschule die rechtlichen Anforderung online umsetzen möchte. Dabei verweist man besonders auf die §§ 1 - 4 der FahrschAusbO.

Schauen wir uns das gemeinsam an:

  • 1 definiert die Ziele der Ausbildung. Fahrlehrer kennen und können das. Aus meiner Sicht gibt es hier nichts, was online einer besonderen Würdigung bedarf.
  • 2 definiert u.a. die Verzahnung von Theorie und Praxis. Das gilt selbstverständlich auch für einen Onlineunterricht. Strittig, aber eigentlich ein anderes Thema ist hier seit langem die Messbarkeit dieser Verzahnung. Die Überwachung tut das gerne zeitlich, es geht aber um eine konzeptionell-inhaltliche - wie gesagt, dazu gerne mal an anderer Stelle mehr. Auf das Thema Onlineunterricht bezogen, ist auch hier nichts was bemerkenswert wäre.
  • 3 regelt allgemeine Ausbildungsgrundsätze.  Die Stichworte hier lauten exempl. Vertiefung, sachliche Richtigkeit, Anschaulichkeit, Verständlichkeit. Der Unterricht muss systematisch und nachvollziehbar sein. Die Mitarbeit ist durch Fragen und Diskussion anzustreben. Dieser letzte Punkt braucht etwas Beleuchtung.

Frage: Lässt sich online Mitarbeiten? Lassen sich online Fragen stellen? Und lässt sich diskutieren? Die Antwort darauf lautet eindeutig: JA! Die richtige Webinarsoftware vorausgesetzt. Genau das haben wir in Teil 2 - Software ja besprochen. Daher brauchst du ein Tool, mit Chatfunktion, Breakoutrooms, Mikrofonzuteilung und Kamerabild, denn für eine gut organisierte Diskussion braucht es auch den Empfangskanal der Körpersprache. 

Das wirst du in deiner Antragstellung anführen. 

Die Erfahrung zeigt, dass Online Diskussionen mehr Zeit und mehr Disziplin erfordern. Auf Deutsch: Du wartest manchmal nach einer Fragestellung eine Sekunde länger als gewohnt, bis die Antwort kommt. Unserem Grundsatz FUKH = Frage stellen und Klappe halten kommt hier nochmals Bedeutung zu. Das kennst du aber im Präsenzunterricht genauso. 

Und durcheinanderquatschen geht online auch nicht so gut. DA versteht keiner mehr was. Es braucht etwas mehr Disziplin. Das tut der Diskussion aber eher gut - und dein Kunde ist das zwischenzeitlich längst gewöhnt. 

Viele Onlinefahrlehrer berichten hier übrigens wieder vom klassischen Melden. Das wirkt oldschool ist aber sicher nichts, was uns Fahrlehrern ungelegen kommt.

Gehen wir zum § 4 und hier liegen ganz sicher die dicksten Merkmale: Du brauchst einen Rahmenplan, den du nach nach Lektionen aufbaust. Klar. 

Du brauchst Methodenvielfalt und zielgerichtete Wahl und Einsatz deiner Medien.

Ich schmeiß dir jetzt zuerst mal ein paar der gängigsten Unterrichstmethoden um die Ohren und du prüfst bitte, was davon Online nicht geht:

  • Lehrvortrag
  • Lehrgespräch
  • Moderation
  • Diskussion
  • Einzel- Partner und Gruppenarbeit
  • Spielen
  • Erklären
  • Vormachen
  • Nachahmen

Meine Aufzählung ist hier sicher nicht vollständig oder abschließend. Aber was davon geht online nicht? Und gilt nicht gleiches für die Medien auch? Haben wir nicht sogar auf Teufel komm raus die letzten Jahre unsere Fahrschulmedien immer weiter digitalisiert? Aus dem guten alten Bremsenmodell ist längst eine Animation geworden und die geht aber im Onlineunterricht jetzt auf einmal nicht?

Du merkst schon, das Argument trägt nicht. Und ich will sicher nicht sagen, dass online alles geht. Es geht aber viel mehr als gedacht - manches sogar viel besser. Dein Kunde sitzt vor einem Computer und hat darüber eine Methoden- und Medienvielfalt, die an Mächtigkeit gar nicht zu überbieten ist. 

Wer hier Inspiration sucht, freut sich auf Teil 4 der Serie. Was wir in diesem Zusammenhang klären und auch erklären müssen, nämlich der Behörde ist, wie du dich da organisierst. Also wie stellst du Unterrichtsmedien durch? Wie organisierst du eine Diskussion in den Breakouts. Auf welchem Medium stellst du die Ergebnisse sicher? Und wie können sich deine Lernenden daran beteiligen?

Das ist ein bisschen anders wie heute im Präsenzunterricht. Und die Behörde möchte wissen, wie du das leistest. Also erklär das. Das ist keine Raketenwissenschaft.

Die weiteren Punkte aus § 4 FahrschAusbO sind allesamt eindeutig:

  • Du brauchst Lernkontrollen
  • Auch online sind keine Testbögen als Unterrichtszeit erlaubt
  • Es braucht den gleichen Gesamtumfang. Einzelstunden à 45 Minuten sind möglich.
  • Du musst  einen Ausbildungsplan aufstellen
  • Und du darfst auch online nicht mehr als 2 Doppelstunden täglich

Fertig. Haken hinter. Im Musteranschreiben gebe ich dir Argumentationshilfe für deinen Antrag. Umsetz- und leistbar ist das alles.

Was möchte die Behörde noch wissen:
BW verweist auch auf das FahrlG. Selbstverständlich gelten alle bekannten Regeln auch online: Ausbildungsvertrag, max. die TN-zahl, die auch für deine Räumlichkeiten vorgesehen ist. Das ist eine sehr sinniger Schutzmechanismus vor Missbrauch. Der § 29 FahrlG regelt in den allgemeinen Pflichten, dass der Fahrschulerlaubnisinhaber sein Personal in die Aufgaben einführt, anleitet und überwacht. Also kümmer dich bitte, lieber Inhaber bzw. verantwortlicher Leiter!

Kommen wir nun zu einem ganz wesentlichen Punkt der Voraussetzung für deinen Onlinetheorieunterricht: Die Anwesenheitserfassung und Identitätsprüfung deiner Teilnehmer.

Führst du in deinem Unterricht noch eine Papierunterschriftenliste zur Anwesenheitserfassung, machst du dir das Leben nicht nur unnötig schwer. Nein, du bist damit auch raus aus der Nummer mit dem Online Unterricht. In Fahrschulcockpit haben wir das für dich nicht nur völlig papierlos sondern suuuuper elegant umgesetzt: Bereits bei der Anmeldung ordnest du deine Kunden einem Onlinekurs zu. Termine und Uhrzeiten seiner Unterrichte sieht dein Kunde vollautomatisch in seiner App drive.buzz. Wir haben in der Fahrschulcockpitentwicklung auch blitzschnell auf den Onlineunterricht reagiert und du hast die Möglichkeit, den Meetinglink für deinen Theorieunterricht schon direkt beim Kurs mit anzugeben. Dein Kunden muss nun nur noch zu Beginn des Unterrichts auf den Link klicken und fertig. Boris Becker würde sagen - ich bin drin! Keine Extraeinladung, keine nervigen Anrufe wo ich mich einloggen soll, kein blödes Buchstabieren kryptischer Links für deinen Onlineunterricht. Einfach klicken und fertig. Das spart deine Zeit und Nerven. Und das checkt auch Boris Becker.

Aber es geht noch weiter. Am Ende des Unterrichts forderst du deine Online Teilnehmer auf, die Anwesenheit direkt auf ihrem Handy in der drive.buzz App zu unterschreiben. Du als Fahrlehrer gleichst das mit der Teilnehmerliste auf deinem Webinarbildschirm ab, speicherst und fertig. Das war die Anwesenheitserfassung. Und genau so erklären wir das deiner Behörde. Lässig oder?
Was? Du hast noch kein Fahrschulcockpit? Selber schuld! Worauf wartest du noch? 

Fertig. Das wars. Online Theorie ist keine Raketenwissenschaft. Die Antragstellung auch nicht. Dafür habe ich dir ein sauber vorformuliertes Musterschrieben diesem Video angehängt. Dieses Schreiben reflektiert die Forderungen aus BW. Bist du in Bayern, Hessen oder sonst wo in diesem wunderbaren Land, ziehe dir einfach die Teile aus dem Anschreiben, die für dich und deine Behörde relevant sind. Verweigert sich deine Landesregierung der Online Theorie, stelle trotzdem diesen Antrag. Wenn du willst. Er ist ein Zeichen deines Neudenkens und ein Beleg dafür, dass du aktiv etwas gegen das hohe Ansteckungsrisiko tust. Und wenn wir das alle machen, haben wir in den einzelnen Bundesländern auch wieder Waffengleichheit. 

Wir sehen uns. Und denken neu. Nicht nur im nächsten Video!