Fahrlehrer-Ausbildungsverordnung

Stand 01. Januar 2020
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Inhaltsverzeichnis

§ 1 Ort und Ablauf der Ausbildung
§ 2 Fahrlehrerausbildungsstätte
§ 3 Ausbildungsfahrschule
§ 4 Einweisungsseminar

ANLAGEN

Anlage 1 (zu § 2 Absatz 1) Rahmenplan für die Fahrlehrerausbildung an Fahrlehrerausbildungsstätten
Anlage 2 (zu § 3 Absatz 1) Qualitätskriterien für die Fahrschulausbildung
Anlage 3 (zu § 3 Absatz 1) Musterplan und Unterrichtsverteilung für das Lehrpraktikum
Anlage 3 (zu § 3 Absatz 1) Musterplan und Unterrichtsverteilung für das Lehrpraktikum II. Unterrichtsverteilung im Lehrpraktikum (Mindestunterricht)
Anlage 4 (zu § 4) Rahmenplan für die Einweisung der Ausbildungsfahrlehrer und der Inhaber bzw. der für die verantwortliche Leitung von Ausbildungsfahrschulen bestellten Personen

 

§ 1 Ort und Ablauf der Ausbildung

(1) Die Ausbildung zum Fahrlehrer erfolgt in einer amtlich anerkannten Fahrlehrerausbildungsstätte und in einer Ausbildungsfahrschule. Die Ausbildung in der Fahrlehrerausbildungsstätte erfolgt für die Fahrlehrerlaubnisklassen BE und A in geschlossenen Kursen und darf vorbehaltlich arbeitsschutzrechtlicher, mutterschutzrechtlicher und urlaubsrechtlicher Bestimmungen nicht unterbrochen werden. Die Regelung des § 44 Absatz 2 des Fahrlehrergesetzes bleibt unberührt.

(2) Der Fahrlehreranwärter um eine Fahrlehrerlaubnis der Klasse BE hat zu Beginn der Ausbildung eine einmonatige Einführungsphase zu absolvieren und sich im Anschluss daran einer mindestens siebenmonatigen Ausbildung im Umfang von mindestens 1 000 Unterrichtseinheiten in einer Fahrlehrerausbildungsstätte und einer mindestens viermonatigen Ausbildung im Umfang von mindestens 330 Unterrichtseinheiten in Form eines Lehrpraktikums in einer Ausbildungsfahrschule zu unterziehen.

(3) Die theoretische und praktische Ausbildung erfolgt in Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten. Die Einführungsphase setzt sich aus einer einwöchigen Einführung mit mindestens 32 Unterrichtseinheiten in einer Fahrlehrerausbildungsstätte und einer anschließenden zweiwöchigen Hospitationsphase mit mindestens 20 Unterrichtseinheiten je Ausbildungswoche in einer Ausbildungsfahrschule zusammen. Sie endet mit einer einwöchigen Auswertungsphase von mindestens 32 Unterrichtseinheiten in der Fahrlehrerausbildungsstätte.

(4) Während der mindestens siebenmonatigen Ausbildung in der Fahrlehrerausbildungsstätte nach Absatz 2 erfolgt im vierten Monat eine einwöchige Hospitation mit mindestens 20 Unterrichtseinheiten in einer Ausbildungsfahrschule.

(5) Während des Lehrpraktikums in der Ausbildungsfahrschule finden

a) möglichst am Ende des zweiten Monats zwei Reflexionstage im Umfang von jeweils acht Unterrichtseinheiten und

b) am Ende des vierten Monates eine Reflexionswoche mit mindestens 32 Unterrichtseinheiten in der Fahrlehrerausbildungsstätte statt.

(6) Der Bewerber um eine Fahrlehrerlaubnis der Klasse A hat sich zusätzlich einer einmonatigen Ausbildung, der Bewerber um eine Fahrlehrerlaubnis der Klassen CE oder DE einer zweimonatigen Ausbildung in einer Fahrlehrerausbildungsstätte zu unterziehen. § 7 Absatz 3 Satz 2 des Fahrlehrergesetzes bleibt unberührt.

§ 2 Fahrlehrerausbildungsstätte

(1) Die Ausbildung ist nach einem von der nach Landesrecht zuständigen Behörde zu genehmigenden Ausbildungsplan durchzuführen, der für die mindestens siebenmonatige Ausbildung mindestens die Kompetenzen und Stundenangaben des Rahmenplans nach Anlage 1 enthalten muss.

(2) Die wöchentliche Dauer der Ausbildung der Fahrlehreranwärter um eine Fahrlehrerlaubnis der Klassen BE oder A darf 32 Unterrichtseinheiten nicht unterschreiten. Die tägliche Dauer der Ausbildung darf acht Unterrichtseinheiten nicht überschreiten.

(3) Die Ausbildung erfolgt in einem geschlossenen Lehrgang. Die Teilnehmerzahl der Lehrgänge soll 32 nicht überschreiten. Der Beginn des Lehrgangs und die Namen der Teilnehmer sind der nach Landesrecht zuständigen Behörde nach § 50 Absatz 2 Nummer 4 des Fahrlehrergesetzes innerhalb von zwei Wochen ab Beginn mitzuteilen.

(4) Der Unterricht ist von den im Rahmenplan aufgeführten Lehrkräften nach § 9 Absatz 1 der Durchführungsverordnung zum Fahrlehrergesetz durchzuführen.

§ 3 Ausbildungsfahrschule

(1) Das Lehrpraktikum der Fahrlehreranwärter ist nach einem von der nach Landesrecht zuständigen Behörde zu genehmigenden Praktikumsplan durchzuführen, der für die mindestens viermonatige Ausbildung mindestens die Inhalte und Stundenangaben nach dem Musterplan und der Unterrichtsverteilung nach Anlage 3 enthalten muss.

(2) Die wöchentliche Dauer des Praktikums darf 20 Unterrichtseinheiten nicht unterschreiten und 40 Unterrichtseinheiten nicht überschreiten. Als Unterricht nach Satz 1 gelten die Teilnahme an und die Durchführung von Unterricht in und ohne Anwesenheit des Ausbildungsfahrlehrers, die Vor- und Nachbesprechung des Unterrichts sowie die Vorstellung zur praktischen Prüfung.

(3) Der Ausbildungsfahrlehrer soll insbesondere zu Beginn der Ausbildung jeweils nur einen Fahrlehreranwärter ausbilden; im Übrigen darf er nicht mehr als zwei Fahrlehreranwärter gleichzeitig ausbilden.

§ 4 Einweisungsseminar

Das Einweisungsseminar für Ausbildungsfahrlehrer nach § 16 Absatz 1 Nummer 2 des Fahrlehrergesetzes und Ausbildungsfahrschulen nach § 35 Absatz 1 Nummer 2 des Fahrlehrergesetzes ist nach einem von der nach Landesrecht zuständigen Behörde zu genehmigenden Ausbildungsplan durchzuführen, der mindestens die Kompetenzen und Stundenangaben des Rahmenplans nach Anlage 4 erfüllen muss.

Anlage 1
(zu § 2 Absatz 1)

Rahmenplan für die Fahrlehrerausbildung an Fahrlehrerausbildungsstätten

Abschnitt

Zeit1

 

Verantwortliche Lehrkraft

gemäß § 9 DV-FahrlG

1

1000

Ausbildung Fahrlehrererlaubnisklasse BE

 

1.1

490

Fachliches Professionswissen

 

1.1.1

270

Kompetenzbereich „Verkehrsverhalten“

 

1.1.1.1

 

1.1.2

100

Kompetenzbereich „Recht“

 

1.1.3

120

Kompetenzbereich „Technik“

 

1.2

510

Pädagogisch-psychologisches und verkehrspädagogisches Professionswissen

 

1.2.1

300

Kompetenzbereich „Unterrichten, Ausbilden und Weiterbilden“

 

1.2.2

100

Kompetenzbereich „Erziehen“

 

1.2.3

110

Kompetenzbereich „Beurteilen“

 

2

140

Ausbildung Fahrlehrererlaubnisklasse A

 

2.1

68

Fachliches Professionswissen

 

2.1.1

32

Kompetenzbereich „Verkehrsverhalten“

 

2.1.2

12

Kompetenzbereich „Recht“

 

2.1.3

24

Kompetenzbereich „Technik“

 

2.2

72

Pädagogisch-psychologisches und verkehrspädagogisches Professionswissen für die Motorradausbildung

 

2.2.1

40

Kompetenzbereich „Unterrichten, Ausbilden und Weiterbilden“

 

2.2.2

16

Kompetenzbereich „Erziehen“

 

2.2.3

16

Kompetenzbereich „Beurteilen“

 

3

140

Ausbildung Fahrlehrererlaubnisklasse CE

 

3.1

 

Fachliches Professionswissen klassenspezifischer Ausbildungsmonat

 

3.1.1

72

Kompetenzbereich „Verkehrsverhalten“

 

3.1.2

24

Kompetenzbereich „Recht“

 

3.1.3

44

Kompetenzbereich „Technik“

 

4

140

Ausbildung Fahrlehrererlaubnisklasse DE

 

4.1

 

Fachliches Professionswissen klassenspezifischer Ausbildungsmonat

 

4.1.1

72

Kompetenzbereich „Verkehrsverhalten“

 

4.1.2

24

Kompetenzbereich „Recht“

 

4.1.3

44

Kompetenzbereich „Technik“

 

5.1

144

Pädagogisch-psychologisches und verkehrspädagogisches Professionswissen für die Schwerfahrzeugausbildung

 

5.1.1

80

Kompetenzbereich „Unterrichten, Ausbilden und Weiterbilden“

 

5.1.2

32

Kompetenzbereich „Erziehen“

 

5.1.3

32

Kompetenzbereich „Beurteilen“

 
       

ANLAGEN FahrlAusbO
1 Ausbildungseinheiten zu 45 Minuten

 

Anlage 2
(zu § 3 Absatz 1)

Qualitätskriterien für die Fahrschulausbildung


I. Qualitätskriterien für den Theoretischen Unterricht

1. Strukturierung der Unterrichtseinheit,

2. Motivierung der Fahrschüler und Praxisbezug,

3. fachliche Vermittlung der Lehr-Lerninhalte,

4. Binnendifferenzierung,

5. Angemessenes Reagieren auf Beiträge der Fahrschüler,

6. Tempo der Vermittlung der Lehr-Lerninhalte,

7. Festigung,

8. Visualisierung der Lehr-Lerninhalte durch Medien,

9. Qualität der Lehrvorträge,

10. Organisation von Erfahrungsberichten,

11. Organisation von Diskussionen und

12. Durchführung von Lernkontrollen.

II. Qualitätskriterien für den Praktischen Unterricht

1. Strukturierung der Übungsstunde,

2. Orientierung am Ausbildungsstand des Fahrschülers,

3. Qualität des Methodeneinsatzes,

4. Qualität verbaler Anweisungen,

5. fachliche Korrektheit der Lehr-Lerninhalte und Orientierung am Ausbildungsplan des Fahrlehrers,

6. Schaffung einer guten Ausbildungsatmosphäre und

7. angemessenes Reagieren auf Fahrfehler.

Anlage 3
(zu § 3 Absatz 1)

Musterplan und Unterrichtsverteilung für das Lehrpraktikum


I. Musterplan

Lfd. Nr.

Lernthemen

Inhalte

Unterrichtseinheiten

(45 Minuten)

 
 



Anlage 3

(zu § 3 Absatz 1)

Musterplan und Unterrichtsverteilung für das Lehrpraktikum
 
 
II. Unterrichtsverteilung im Lehrpraktikum (Mindestunterricht)
 

Folgende Übersicht orientiert sich an dem Mindestunterricht von 20 Unterrichtseinheiten nach § 3 Absatz 2 Fahrlehrer-Ausbildungsordnung

 

Lfd. Nr.

Lernthemen

Unterrichtseinheiten

(45 Minuten)

 

Der Ablauf des Praktikums orientiert sich am Leistungsvermögen des Fahrlehreranwärters sowie an den Fahrschülern, die in der Ausbildungszeit vorhanden sind. Die vollständige fahrpraktische Ausbildung von drei Fahrschüler durch den Fahrlehreranwärter ist anzustreben.

Anlage 4
(zu § 4)

Rahmenplan für die Einweisung der Ausbildungsfahrlehrer und der Inhaber bzw.
der für die verantwortliche Leitung von Ausbildungsfahrschulen bestellten Personen

Abschnitt

Zeit1

 

Verantwortliche Lehrkraft

gemäß § 9 DV-FahrlG

 

40

Qualifizierung

 

1

12

Fachliches Professionswissen

 

1.1

 

Kompetenzbereich „Recht“

 

Abschnitt

Zeit1

 

Verantwortliche Lehrkraft

gemäß § 9 DV-FahrlG

1.2

 

Kompetenzbereich „Betriebswirtschaft und Arbeitsorganisation“

 

2

28

Pädagogisch-psychologisches und verkehrspädagogisches Professionswissen

 

2.1

 

Kompetenzbereich „Beobachten, Bewerten und Beurteilen“

 

Abschnitt

Zeit1

 

Verantwortliche Lehrkraft

gemäß § 9 DV-FahrlG

2.2

 

Kompetenzbereich „Rückmelden und Beraten“